Die ideale Reiseroute auf den Philippinen

383px-Flag_of_Great_Britain_(1707–1800).svg Click here for the English version. 383px-Flag_of_Great_Britain_(1707–1800).svg

Die Philippinen sind ein Land mit über 7000 großen und kleinen Inseln. Das wirft die Frage auf, wo man denn eigentlich hinreisen sollte. Anders als in Vietnam oder Thailand, wo die Route von Norden nach Süden (oder anders herum) mehr oder weniger vorgezeichnet ist, hat man auf den Philippinen die Qual der Wahl: wo anfangen? Welche Orte sollte man nacheinander besuchen, um ökonomisch zu reisen? Was ist einem wichtig: Gute Infrastruktur und viele gleich gesinnte Reisende? Oder weniger besuchte Orte, die jedoch eventuell etwas schwieriger zu erreichen sind. Und schließlich bleibt da die Zeitfrage: Wie viele Orte sollte man in wie vielen Tagen besuchen, ohne sich zu langweilen oder sich abhetzen zu müssen? In diesem Beitrag versuche ich diese Fragen zu beantworten und stelle zwei Reiserouten vor, die ich selbst ausprobiert habe:

reiseroute Kopie

Route 1: 20 Tage

Wenn Leute fragen, wie lange man mindestens auf die Philippinen reisen sollte, um das Land richtig kennen zu lernen, ist meine Pauschalantwort: etwa drei Wochen. Zumindest wenn man etwas umherreisen und verschiedene Aspekte des Landes kennen lernen will. Das liegt einfach daran, dass man viel Zeit im Flugzeug, dem Bus oder der Fähre verbringen wird. Drei Wochen sind dann jedoch ausreichend, um die wichtigsten bzw. bekanntesten Orte der Philippinen zu besuchen und einen guten Eindruck vom Land zu bekommen.

  1. Manila

90 % aller Reisen auf die Philippnen werden in Manila beginnen, einfach weil sich hier der größte internationale Flughafen befindet. Wie ich bereits hier geschrieben habe, meiden die meisten Reisenden Manila weitgehend. Es gibt durchaus hübsche Fleckchen in dieser Riesenmetropole, mehr als 2 Tage zur Akklimatisierung würde ich hier jedoch keinesfalls verbringen.

  1. Visayas (Cebu, Siquijor und Bohol)

Reisende, die zum ersten Mal auf den Philippinen unterwegs sind, wird häufig empfohlen, auf den Visayas anzufangen. Diesem Ratschlag würde ich mich anschließen aus folgenden Gründen: 1) Cebu lässt sich sehr bequem, schnell und relativ günstig von Manila aus erreichen. 2) Als beliebte Touristenorte verfügen diese Inseln über eine gut ausgebaute Infrastruktur. Die meisten Informationen sind online verfügbar. 3) Hier befinden sich viele Attraktionen, die typisch für die Philippinen sind: Strände, Wasserfälle, Schnorchelspots, Berge. Diese Attraktionen sind nicht weit voneinander entfernt und sehr leicht zu erreichen.

(Wer etwas mehr Zeit hat und sich einen aktiven Vulkan ansehen will, kann einen Umweg über Legaspi machen und von dort aus einen günstigen Flug nach Cebu nehmen, statt direkt von Manila aus zu fliegen.)

Eine Reiseroute in den Visayas könnte so aussehen:

Philippines_relief_visayas Kopie

2.1 Manila – Cebu City

Der Flug von der Hauptstadt nach Cebu City dauert knapp eine Stunde. In der größten Stadt der Insel Cebu würde ich dann höchstens einen ganzen Tag verbringen, um mehr Zeit für die wirklich sehenswerten Orte auf Cebu zu haben.

2.2 Cebu City – Oslob

Der nächst gelegene Touristenmagnet von Cebu City ist Oslob, etwa 4 Stunden entfernt. Am besten fährt man mit dem Reisebus hin. Oslob ist vor allem für seine Walhaie bekannt, mit denen man schnorcheln kann. Aber auch jene, die diese Form des Tourismus nicht unterstützen möchten, sollten hier einen Abstecher machen, um die malerischen Tumalog-Wasserfälle zu besuchen.

 

2.3 Oslob – Moalboal

Um die atemberaubende Unterwasserwelt der Philippinen kennen zu lernen, gibt es nur wenige bessere Orte als Moalboal, etwa 2 Stunden von Oslob mit dem Bus entfernt. Hier kann man in den Korallenriffen bunte Fische und Meeresschildkröten sehen oder zu einer Canyoneering-Tour bei den Kawasan-Wasserfällen aufbrechen.

 

2.4 Moalboal – Siquijor

Wer ein entspannt ruhiges, aber leicht zugängliches Inselparadies sucht, sollte unbedingt die Fähre vom Süden Cebus nach Siquijor nehmen. Die Insel, die auch für ihre Heilkunst und Hexenmagie bekannt ist, hat ihren ganz eigenen Charme und bietet eine Fülle von Sehenswürdigkeiten wie Strände, Wasserfälle und Höhlen. Alternativ kann man auch einen Motorroller mieten und ungestört von Autos und LKWs durch die herrliche Landschaft düsen.

 

2.5 Siquijor – Bohol

Kaum eine Insel auf den Philippinen bietet so viele markante Touristenattraktionen wie Bohol. Hier befinden sich die berühmten Chocolate Hills, das Tarsier Sanctuary und der von Menschen gemachte Wald, daneben die Halbinsel Panglao mit ihrem weißen Sandstrand. Die Insel ist recht groß, so dass man hier gut 2-3 Tage verbringen kann.

 

  1. Palawan

Philippines_relief_palawan Kopie.jpg

3.1 Bohol – Puerto Princesa

Wer die schönsten Landschaften und Inseln der Philippinen sehen will, wird um einen Abstecher nach Palawan nicht herumkommen. Von Bohol aus nimmt man die Fähre nach Cebu City und von dort einen günstigen Flug nach Puerto Princesa. Dort sollte man unbedingt den Unterirdischen Fluss besuchen und eine Island Hopping-Tour in der Honda Bay buchen.

 

3.2 Puerto Princesa – Port Barton

Palawan ist eine große Insel – dementsprechend lange dauert es, von Puerto Princesa nach El Nido zu reisen. Der kleine Ort Port Barton bietet sich für einen Zwischenstopp an. Hier kann man ein paar entspannte Tage verbringen, die fast unberührte Natur genießen und mit dem Boot zu den wohl schönsten Korallenriffen des Landes fahren.

 

3.3 Port Barton – El Nido

El Nido ist wohl der beliebteste Ort Palawans, vor allem aufgrund seiner beeindruckenden Landschaft und den wohl schönsten Stränden der Philippinen. Ein Muss ist eine Island Hopping-Tour in der Bucht von El Nido mit ihren malerischen Kreidefelsen und abgelegenen Inselchen.

 

Es ist schwierig, pauschal zu sagen, wie viel Zeit man an den einzelnen Orten auf dieser Route verbringen sollte. Als Orientierung würde ich 10 Tage für Manila und die Visayas veranschlagen, und noch einmal 10 Tage für Palawan, da allein schon der Transport dort etwas Zeit in Anspruch nimmt und es wirklich viel zu sehen gibt. Von El Nido kann man das Flugzeug zurück nach Manila nehmen, um zurück in die Heimat zu fliegen oder zu weiteren Reisen aufzubrechen.

 

Route 2: 14-20 Tage

Auf meiner ersten Philippinenreise flog ich von El Nido nach Manila zurück. Wer jedoch mehr Zeit hat, kann mit Flugzeug oder Fähre nach Coron reisen. Die Insel gilt als eine der schönsten, für viele gar als die schönste der Philippinen.

  1. Coron – Mindoro

4.1 San Jose à Sablayan

Von Coron aus kann man in wenigen Stunden mit der Fähre nach San Jose auf Mindoro fahren, und von dort aus mit dem Bus nach Sablayan. Der Tourismus des Ortes ist noch nicht so entwickelt wie in den Visayas oder auf Palawan, dennoch findet man dort bezahlbare Unterkünfte und eine große Auswahl an Sehenswürdigkeiten und Touren. Besonders empfehlenswert ist North Pandan Island, wo man Schnorcheln und Meeresschildkröten sehen kann.

 

4.2 Sablayan – Puerto Galera

Mit Bus und Fähre geht es weiter in den Norden von Mindoro. Puerto Galera bietet den perfekten Mix aus weißen Sandstränden, malerischer Natur und abgeschiedenen Wasserfällen, die zum Wandern einladen.

 

Von dort aus kann man einen Reisebus besteigen, der einen direkt nach Manila bringt. Alternativ kann man einen Zwischenstopp beim auf einem See gelegenen Taal-Vulkan einlegen.

  1. Banaue und Sagada

Wenn man Zeit hat, sollte man unbedingt ein paar Tage für den Norden der Philippinen einplanen. Die gebirgige Landschaft bildet das perfekte Kontrastprogramm zu den tropischen Palmen und Regenwäldern im Flachland. In Banaue, etwa 9 Stunden mit dem Bus von Manila entfernt, ist vor allem für seine malerischen Reisterrassen bekannt. Ist man bereits dort, sollte man auch nach Sagada reisen und sich die hängenden Särge ansehen, sowie in der herrlichen Berglandschaft wandern gehen.

 

Und wieviel kostet der Spaß? Seht hier meine Kostenaufstellung für 20 Tage auf den Philippinen.

Was ist mit dem leiblichen Wohl? Klick hier für meinen Artikel über die Philippinische Küche – von lecker bis gewöhnungsbedürftig.

Immer noch nicht überzeugt? Hier sind 5 gute Gründe, auf die Philippinen zu reisen.

 

20 Tage auf den Philippinen – die Kosten

Die Philippinen erfreuen sich auch bei Backpackern immer größerer Beliebtheit – Gründe dafür finden sich zuhauf. Aber wie sieht es mit dem Preis aus? Wie viel kosten 20 Tage in diesem tropischen Paradies? Ich habe die Kosten meiner Reise genau dokumentiert und das Ergebnis dürfte all jenen Mut machen, die kein großes Budget zur Verfügung haben.

Vorausschicken muss ich natürlich, dass ich mit dem Rucksack gereist bin, meistens nicht in Hotels, sondern in Jugendherbergen übernachtet habe, wann immer möglich öffentliche Verkehrsmittel statt Taxis genommen habe und auch bei der Wahl der Restaurants versucht habe, zu sparen. Das war es dann aber auch mit der Sparwut: Ich bin viel umhergereist, habe wunderschöne Orte besucht, eine Menge Touren mitgemacht, Eintrittspreise bezahlt und mindestens zweimal am Tag auswärts gegessen. Hier also die nackten Zahlen.

Für 20 Tage in den Philippinen habe ich insgesamt 604 Euro ausgeben. Darin sind alle Kosten enthalten, vom Hostelbett über die Jeepney-Fahrt bis zum Abendbier. Einzig die Kosten für den Hinflug habe ich nicht mit eingerechnet: Das erhöht die Vergleichbarkeit mit den Kosten in anderen Ländern, die ich in den nächsten Beiträgen vorstellen werde.

Die Kosten verteilen sich auf folgende Bereiche:

Transport im Land: 218 Euro (darunter 80 Euro für 2 Flüge im Land)

Verpflegung: 162 Euro

Unterkunft: 131 Euro

Touren, Eintrittspreise etc: 93 Euro

diag.png

Tipps zum Geld sparen

Die Transportkosten machen den größten Anteil aus – kein Wunder, sind die Philippinen doch ein riesiges Land. Wer nicht nur in einer Gegend bleiben will, sondern verschiedene Aspekte des Inselstaats kennenlernen will, wird um die Transportkosten nicht herumkommen. Das Flugzeug ist natürlich das schnellste und komfortabelste Fortbewegungsmittel, aber auch das teuerste. Manchmal bin ich nicht um das Fliegen herumgekommen (genauer: von Manila nach Cebu und von Cebu nach Palawan). Wer Zeit und etwas Sitzfleisch hat, sollte jedoch auf Reisebusse und Vans ausweichen, die nur einen Bruchteil kosten.

Vor Ort hat man dann wieder die Wahl: Einerseits kann man sich mit Taxis, Tricycles und Motorrad-Taxis kutschieren lassen – diese sind auch nicht wirklich teuer. Wer jedoch richtig sparen will, der sollte einmal eine Fahrt in einem Jeepney, einem umgebauten offenen Kleinbus, wagen. Richtige Haltestellen gibt es selten, man fragt also am besten den Fahrer, wo das die Fahrt denn hin geht. Zimperlich darf man auch nicht sein, da die Jeepneys sehr voll werden können und die Sitzbänke nicht gerade bequem sind. Wem das nicht ausmacht, der kann so jedoch eine Menge Transportkosten einsparen.

Jeepney_cebu_1.jpg
Jeepneys – die günstigsten Verkehrsmittel auf den Philippinen…
20180318_105937.jpg
…wenn auch im Innern nicht immer vertrauenserweckend.

Nicht immer lässt es sich vermeiden, ein Taxi zu nehmen. Auch hier kann man jedoch Geld sparen, in dem man einem einfachen Grundsatz folgt: Niemals ein Taxi bei einem Busbahnhof, einem Pier oder vor einer beliebten Touristenattraktion anheuern. Die Nachfrage bestimmt hier den Preis und die Chance, übers Ohr gehauen zu werden, ist hier größer als an weniger touristischen Orten. Darum lohnt es sich immer, ein paar Nebenstraßen weiter zu laufen und dort zu warten. Wenn man dann ein Taxi oder Tricycle angehalten hat, gilt es, den erst genannten Fahrpreis abzulehnen und zu feilschen. Besteht der Fahrer immer noch auf seinem Preis, bewirkt freundliches aber bestimmtes Weggehen meistens Wunder. Und selbst wenn der Fahrer nicht einwilligt – erfahrungsgemäß findet sich immer ein Taxifahrer, der einen für weniger Geld mitnimmt.

Wie ich bereits hier geschrieben habe, hat es mir das Essen auf den Philippinen besonders angetan. Im Vergleich zu Deutschland ist selbst eine Mahlzeit in einem gehobenen Restaurant noch günstig. Wer jedoch auch hier Geld sparen und gleichzeitig die authentische philippinische Küche kennenlernen will, sollte den Restaurants für Touristen den Rücken kehren und sich einmal in den Nebenstraßen umsehen. Es gibt meist eine Fülle von kleinen Restaurant (Eateries), wo man auf westlichen Schnickschnack wie eine Speisekarte verzichtet. Stattdessen lässt man sich zeigen und erklären, was gerade in den Töpfen ist und sucht sich etwas aus. Ein vollwertiges Essen in einer solchen Eaterie sollte nicht mehr als 1,50 Euro kosten.

IMG_1218
Eine typisch philippinische Mahlzeit – für unter 2 Euro!

Einen noch geringeren Anteil machen die Kosten für Unterkünfte aus. Die geläufigsten Seiten, auf denen man sein Hostel buchen kann, muss ich kaum vorstellen. Erwähnenswert ist jedoch, dass man bei Buchungen über www.agoda.de einen Rabatt bei seiner nächsten Buchung erhält. Dieser beträgt meist nur etwa 30 Cent – bei einem Gesamtpreis von 5-7 Euro aber zumindest etwas. Mehr als 7 Euro würde ich für ein Hostelbett auf den Philippinen nicht bezahlen: Das Internet wird ohnehin meistens sehr schlecht sein, und sollte die Unterkunft doch nicht den Erwartungen entsprechen, ist es meist kein Problem, eine neue zu finden. Hostels mit kostenlosem Frühstück sind auf den Philippinen übrigens eine Seltenheit – hier würde ich unbedingt zuschlagen, wenn es den Preis nicht ungebührlich in die Höhe treibt.

Überraschend für mich war, dass Touren und Eintrittspreise mit 93 Euro den geringsten Teil meiner Gesamtkosten ausmachten. Hier ist es schwer, ein pauschales Urteil zu fällen. Jeden Wasserfall mit Seilrutsche muss man wohl nicht gegen Geld besichtigen, und natürlich kann man die Philippinen auch auf eigene Faust erkunden (zum Beispiel mit einem Motorroller, der nicht mehr als 5 Euro Miete am Tag kosten sollte), ein paar Touren würde ich jedoch schon empfehlen – zum Beispiel die Island-Hopping-Touren auf Palawan.

Wie man sehen kann – man braucht nicht viel Geld, um auf den Philippinen eine gute Zeit zu haben – 15-20 Euro am Tag sollten absolut ausreichen. Natürlich gibt es nach oben keine finanzielle Grenze, wenn man ausschließlich fliegen und Taxi fahren will, in Einzelzimmern übernachten und jede überteuerte Tour mitmachen will. Wer jedoch auf den ein oder anderen Komfort verzichten kann und eine authentische Reiseerfahrung machen will, der wird mit dem Budget, das ich hier vorgestellt habe, problemlos auskommen.

Na, Lust bekommen? Hier stelle ich die ideale Reiseroute für 20 Tage auf den Philippinen vor.

Cameron Highlands

Mal ehrlich: Das schöne Wetter dürfte für viele ein Hauptgrund sein, nach Südostasien zu reisen. Doch die Hitze kann auch manchmal unerträglich werden, zum Beispiel in Malaysia im Monat Mai. Was macht man also, wenn man aus dem Hostel geht und sofort das Gefühl hat, gegen eine Wand aus Hitze zu laufen, sodass man gefühlte dreimal am Tag sein T-Shirt wechseln muss? Man fährt in die Cameron Highlands, das beliebteste Erholungsgebot Malaysias, sowohl bei Einheimischen als auch Touristen.

IMG_2750.JPG

Die Cameron Highlands verdanken ihren Namen dem britischen Entdecker William Cameron. Wegen ihres milderen Klimas waren die Highlands ein beliebter Rückzugsort für britische Kolonialbeamte, wovon heute noch die Architektur zeugt. Heute wird das Gebiet vor allem landwirtschaftlich genutzt, etwa für weitläufige Teeplantagen. Aber auch ein Großteil des Gemüses, das in Malaysia verkauft wird, kommt aus den Cameron Highlands. Der Tourismus bildet den zweiten großen Wirtschaftszweig der Region.

Die Cameron Highlands lassen sich am günstigsten mit dem Fernbus erreichen, etwa von Kuala Lumpur im Süden oder von Penang im Norden. Von beiden Orten aus zahlt man etwa 30–35 RM (6–7 Euro), die Fahrt dauert 4 Stunden und endet im größten Ort der Region, Tanah Rata. Hier hat man eine große Auswahl an Unterkünften aller Preisklassen. Backpackern empfehle ich das gleich neben dem Busbahnhof gelegene R&R Budget Inn: Ein Bett im Schlafsaal kostet dort 25 RM (5 Euro). Wer eine Unterkunft mit Frühstück sucht, ist im nur leicht teureren De Cameron Guest House gut aufgehoben.

Vor Ort hat man die Qual der Wahl: Möchte man entweder die Gegend auf eigene Faust erkunden bzw. erwandern? Oder bucht man eine Tour, um die beliebtesten Sehenswürdigkeiten unter fachkundiger Führung zu besuchen? Ich würde beides empfehlen, wenn man Zeit hat. Die Cameron Highlands bieten eine Vielzahl von gut ausgeschilderten Wanderwegen; um die etwas weiter entfernten Attraktionen wie Teeplantagen, Erdbeerfarmen, den Mossy Forest oder die Rafflesia-Blumen zu besuchen, wird man aber um ein Fortbewegungsmittel nicht herumkommen.

Hier einige Impressionen von den Wanderungen durch die Cameron Highlands:

IMG_2667.JPG

IMG_2675.JPG

IMG_2672.JPG

Tour 1: Halfday Rafflesia Adventure

 

Diese Tour dauert etwa 6 Stunden und beinhaltet den Transport mit einem Geländewagen. Von einer Forststraße aus wandert man etwa 1,5 Stunden zur Hauptattraktion: den größten Blumen der Welt, die saisonal in den Nebelwäldern der Cameron Highlands wachsen. Die Blüten der sog. Riesenrafflesien können bis zu 1 Meter Durchmesser haben und blühen etwa eine Woche lang. Eine Sichtung kann nicht immer garantiert werden, aber die Guides in Tanah Rata haben ein gutes Auge dafür, wo sich gerade die schönsten Blumen befinden.

IMG_2678.JPG

IMG_2684.JPG

Nach dem Rückweg geht es mit dem Auto weiter zum Orang Asli Settlement Village, wo die Einheimischen den Umgang mit dem traditionellen Blasrohr vorführen. Mit diesen gingen die Ureinwohner der Cameron Highlands früher auf die Jagd nach kleinen Tieren. Von großen Agrarunternehmen aus ihren Siedlungsgebieten verdrängt, fristen die Ureinwohner heute jedoch ein relativ trostloses Leben in Siedlungen am Fuße ihrer einstigen Heimat. Die wenigen Hütten wirken unspektakulär, bis auf zwei gelangweilte Einwohner, die das Blasrohr-Schießen vorführen, gab es hier nichts zu sehen.

IMG_2695.JPG

Ein Mittagessen bei einem nicht üblen, aber überteuerten Restaurant rundet die Tour ab. Insgesamt durchaus empfehlenswert wegen dem Besuch der Rafflesien, den Rest kann man sich meiner Meinung nach jedoch getrost sparen. Daher erscheint mir der Preis von 60 RM (12 Euro) auch etwas überteuert.

Tour 2: Mossy Forest Adventure

Mein definitives Highlight in den Cameron Highlands. Los geht es wieder mit einer Fahrt mit dem Geländewagen. Erster Stopp ist eine Schmetterlingsfarm, wo man für 7 RM (1,5 Euro) Eintritt eine bunte Vielfalt an Faltern, sowie einen Reptilien- und Insektenzoo bestaunen kann. Definitiv den Eintritt wert.

IMG_2702.JPG

IMG_2708.JPG

IMG_2701.JPG

 

 

Nächster Halt ist eine riesige Teeplantage, ein beliebtes Fotomotiv. Danach geht es weiter zum Mossy Forest, dem ältesten Nebelwald der Region. Nicht nur ist das Klima dort oben wohltuend kühl; Auf 2000 Metern Höhe hat man außerdem einen herrlichen Ausblick auf das Tal, an klaren Tagen sogar bis zur nächsten Großstadt, Ipoh. Der mystisch anmutende Nebelwald mit seiner dichten Vegetation ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

 

IMG_2727.JPG

IMG_2724.JPG

IMG_2732.JPG
Weg durch den Mossy Forest

IMG_2733

IMG_2739

Wer beim Anblick der Teeplantagen Lust auf mehr bekommen hat, kommt in der Teefabrik der Firma BOH auf seine Kosten. Hier kann man eine kostenlose Führung durch die Fabrik mitmachen (in der es jedoch fürchterlich riecht, nicht nach Tee jedenfalls) und den Tee selbst probieren.

IMG_2745.JPG

IMG_2744.JPG

Letzter Halt ist eine Erdbeerfarm. Hier gibt es bis auf ein Gewächshaus mit Erdbeeren jedoch nicht viel zu sehen. Hauptsächlich kann man hier Erdbeeren, sowie Marmelade kaufen.

IMG_2752.JPG

Diese Tour ist etwas kommerzieller ausgelegt als die erste. Man fährt hier mehr und wandert weniger. Allein die Schmetterlingsfarm, der Mossy Forest und die Teeplantagen sind meiner Meinung nach jedoch den Preis von 45 RM (9 Euro) wert. Wer wenig Zeit hat und nur eine Tour buchen möchte, dem kann ich diese ans Herz legen.

 

Fazit: Wer nach Malaysia reist, sollte unbedingt die Cameron Highlands besuchen, und das nicht nur wegen des angenehmen Klimas (nur auf etwas Regen sollte man sich einstellen). Allein schon die ikonischen Teeplantagen, der Nebelwald und die Rafflesien rechtfertigen einen Besuch. Außerdem sind die Highlands sehr komfortabel erreichbar und das Städtchen Tanah Rata bietet alle Annehmlichkeiten, die man braucht, und ist gleichzeitig sehr ruhig. Auch die Preise sind, gemessen an der Beliebtheit dieses Erholungsorts, recht günstig. Ich bin im Durchschnitt mit 95 RM (19 Euro) pro Tag gut ausgekommen. Die Kosten pro Tag verteilten sich folgendermaßen:

 

Unterkunft: 25 RM

Essen: 20 RM

Tour: 50 RM

Singapur

Singapur, gleichzeitig Großstadt und Land, sollte auf keiner Reise nach Malaysia fehlen. Der asiatische Tiger zieht Menschen aus der ganzen Welt an, Reisende sowie Arbeitssuchende. Ein echter Schmelztigel also. Die Stadt mit den blitzblanken Bürgersteigen, der effizienten Infrastruktur und den schillernden Hochhäusern ist laut einer Liste des Economist der teuerste Ort zum Leben weltweit, was viele Budget Traveller abschrecken dürfte. In diesem Beitrag zeige ich, wie es trotzdem möglich ist, die Stadt für wenig Geld zu erkunden, und welche Sehenswürdigkeiten sich wirklich lohnen, wenn man für einen Tag in Singapur ist.

IMG_2519.JPG

Dankbarerweise bietet auch Singapur bezahlbare Hostels, und zwar in den Stadtteilen Little India und Chinatown. Ein Bett im Schlafsaal im Inncrowd-Hostel bekommt man schon für 17 Singapur-Dollars (11 Euro) pro Nacht, inklusive Frühstück. Dieses sollte man wahrnehmen, denn die Essenspreise sind selbst im relativ preisgünstigen Little India etwa doppelt so hoch wie im angrenzenden Malaysia. 6 SGD (4 Euro) pro Mahlzeit muss man auf jeden Fall einkalkulieren. Noch teurer sind Alkohol und Zigaretten. Natürlich kann man eine gewisse Freimenge einführen, allerdings nicht, wenn man von Malaysia aus einreist. Es kann sich also lohnen, sich im Duty Free Shop einzudecken, wenn man mit dem Flugzeug kommt.

Die Transportkosten dagegen sind in Singapur erfreulich niedrig. Nicht nur verfügt die Stadt über das wohl effizienteste und idiotensicherste U-Bahn-Netz der Welt, auch die Preise sind mit durchschnittlich 1,5 SGD (1 Euro) pro Fahrt recht bezahlbar. Mit der U-Bahn erreicht man leicht alle Sehenswürdigkeiten, die sich zum Großteil in der Downtown, der aufpolierten Innenstadt von Singapur befinden.

 

Von Little India oder Chinatown kommend, sollte der erste Weg zum Merlion-Park führen. Hier hat man einen guten Blick auf ein Wahrzeichen der Stadt, das berühmte Sands Hotel, und kann außerdem die Löwenstatue (das Symbol Singapurs bewundern). Zu Fuß erreicht man ebenfalls schnell das Esplanade-Theatre, das vor allem wegen der etwas befremdlich wirkenden Skulptur im Inneren sehenswert ist. Etwa eine halbe Stunde Fußweg führt zum Clarke Quaye, den letzten Resten der Altstadt Singapurs vor dem Bauboom. Die historischen Häuser aus dem 19. Jahrhundert erinnern an Singapurs Vergangenheit als provinzielle Hafenstadt, beherbergen heute Bars und Läden und sind besonders nachts sehenswert.

IMG_2510

IMG_2503.JPG
von weitem sichtbar – das Sands Hotel
IMG_2509.JPG
Blick auf die Skyline mit dem Esplanade Theatre (links)

IMG_2511.JPG

IMG_2515.JPG
Clarke Quay

Weiter geht es mit der U-Bahn zur Haltestelle Bayfront, Marina Bay, und von dort aus zur Hauptattraktion der Downtown, den Gardens by the Bay. Die Gärten, ein prestigeträchtiges Aushängeschild für die Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz Singapurs, beherbergen nicht nur malerische Grünflächen und Kanäle, sondern auch die sog. „Supertrees“. Diese künstlich geschaffenen und mit Pflanzen bewachsenen Strukturen sind schon tagsüber sehenswert. Ihre ganze Pracht entfalten sie jedoch nach Einbruch der Dunkelheit, wenn sie (um 19:45 und 20:45 Uhr) in einer beeindruckenden Lichtshow in Szene gesetzt werden.

IMG_2533.JPG

IMG_2531.JPG

IMG_2561.JPG

Steigt man aus der U-Bahn ins Freie, sieht man bereits das opulente Sands-Hotel vor sich aufragen. Ein Zimmer in diesem 5-Sterne-Hotel kostet locker 400 Euro pro Nacht und auch auf die Terrasse kann man als Otto-Normalbürger nicht einfach fahren. Allerdings kann man das Erdgeschoss des Megabaus von innen bewundern. Hier findet man eine große Auswahl an Geschäften, Restaurants und sogar einen befahrbaren Fluss, der durch das Einkaufszentrum fließt. Unbedingt einen Besuch wert, auch wenn man nichts kaufen will! In der Downtown ein bezahlbares Restaurant zu finden, kann man übrigens vergessen. Bleibt nur, sich in einer der Einkaufszentren mit Gratis-Kostproben einzudecken oder zum Burger King zu gehen, wo man für 2 SGD (1,20 Euro) so etwas wie ein Mittagessen bekommt.

IMG_2539.JPG

IMG_2542.JPG

IMG_2546.JPGIMG_2544.JPG

In den Gardens by the Bay befinden sich zwei Besuchermagnete: der sog. Flower Dome und der Cloud Forest. Ein Kombi-Ticket für beide Attraktionen kostet für Ausländer 26 SGD (17 Euro). Viele Mitreisende zeigten sich mir gegenüber jedoch eher enttäuscht vom Flower Dome: im Grunde genommen ein Gewächshaus unter einer gläsernen Kuppel. Hat man also nur Zeit und/oder Geld für eine Sehenswürdigkeit, würde ich den Cloud Forest empfehlen (Eintritt: 16 SGD). Die futuristische Glaskonstruktion beherbergt eine bunte Vielfalt der Pflanzenwelt Südostasiens und ist auf mehreren Stockwerken angelegt. Mit jedem Stockwerk verändert sich auch die Vegetation, von tropischem Regenwald, über hoch gelegenem Nebelwald bis hin zu Tropfsteinformationen. Wasserfälle, Gimmicks wie die welt-kleinsten Orchideen und ein technisch-beeindruckendes Kino sorgen für Abwechslung beim Besuch des Cloud Forest.

Ein Geheimtipp für jeden, der die Flora Malaysias unter freiem Himmel bestaunen will, sind die Botanischen Gärten Singapurs, nur wenige U-Bahn-Minuten entfernt. Das Areal ist riesig und bietet neben europäisch anmutenden Parkanlagen, malerischen Palmenhainen und Kakteenausstellungen auch ein Stück ursprünglichen Regenwalds. Hier kann man gut und gerne 2-3 Stunden verbringen, ohne alles gesehen zu haben und der Eintritt ist (bis auf den Orchideengarten) komplett kostenlos! Nur sollte man sich nicht daran stören, dass ein großer Waran vor einem den Pfad überquert.

IMG_2614.JPG

IMG_2616.JPG

IMG_2621.JPG

IMG_2619.JPG

Die Kosten

Was kostet nun ein Tag in Singapur, inklusive Essen, Transport und Eintritt in den Cloud Forest? Ich bin mit 49 SGD (31 Euro) gut ausgekommen, ohne hungern oder den Tag im Hostelzimmer fristen zu müssen. Nicht schlecht für die teuerste Stadt der Welt! Die Kosten verteilen sich auf folgende Bereiche:

Unterkunft: 17 SGD

Verpflegung: 11 SGD

Transport: 5 SGD

Eintrittspreis: 16 SGD

Mehr als einen Tag muss man meiner Meinung nach in Singapur nicht verbringen, es sei denn, man wird vom Geld gedrückt. Klar kann man noch ein paar Tempel bewundern, viele teure Attraktionen wie die Night Safari oder die Universal Studios besuchen und sogar etwas abseits der Innenstadt Wandern gehen. Aber ich wage zu behaupten, all das kann man im benachbarten Malaysia und allgemein in Südostasien viel günstiger bekommen. Trotzdem kann ich einen Besuch Singapurs nur empfehlen: und sei es nur, um einmal die futuristische, erschreckend effiziente Seite Südostasiens und vielleicht die potentielle Zukunft unserer eigenen Großstädte live zu sehen…

Borneo

to Borneo

Nach insgesamt fast zwei Monaten wurde es Zeit, den Philippinen den Rücken zu kehren. Mein eigentlicher Plan war es, direkt nach Kuala Lumpur zu fliegen und nach einem kurzen Aufenthalt in Malaysia weiter nach Thailand zu reisen. Durch Zufall erfuhr ich jedoch von günstigen Flügen von Manila nach Kota Kinabalu. Den Ort musste ich erst einmal googlen und sah, dass er auf Borneo liegt, einer Insel, deren Teile zu Malaysia, Indonesien und Brunei gehören. Der malaysische Teil ist aufgeteilt in die zwei Provinzen Sarawak und Sabah, wobei Kota Kinabalu die Hauptstadt Sabahs ist.

Die Einreise nach Malaysia gestaltet sich relativ einfach. Man benötigt kein Visum, lediglich einen noch 6 Monate gültigen Reisepass. In Kota Kinabalu angekommen, fiel mir auf, wie sauber und ruhig die Stadt im Vergleich zu anderen südostasiatischen Städten ist. Kein Müll lag auf der Straße, keine Kinder bettelten mich an, kein Hupkonzert ertönte in den Straßen. Keine „Hey Joe!“-Rufe, niemand starrte mich mehr an – eine nette Abwechslung.

Malaysia ist definitiv mehr entwickelt als die Philippinen und Vietnam, dabei aber zumindest in den Städten außerhalb der Hauptstadt nicht viel teurer. Ein Bett im Schlafsaal bekommt man auch hier für 4-7 Euro und auch das Essen ist recht günstig. Lediglich Alkohol und Zigaretten sind recht teuer, damit sollte man sich eindecken, bevor man ins Land einreist.

Kota Kinabalu selbst ist eine moderne, dabei aber entspannte, keinesfalls überfüllte Großstadt, in der man gut ein paar Tage verbringen kann. Im Ausland bekannt ist der Ort vor allem für den nahe gelegenen Mount Kinabalu, den größten Berg Südostasiens. Der Aufstieg, der mindestens zwei Tage dauert, ist garantiert ein einmaliges Erlebnis, aber auch sehr teuer: 250 Euro muss man für Gebühren und Tour Guide mindestens ausgeben. Keine Option für Budget Traveller. Man kann jedoch für etwas weniger Geld auch am Fuß des Kinabalu Wandern gehen. Die Anreise von Kota Kinabalu aus dauert etwa 2 Stunden. Alternativ kann man auch zum Schnorcheln und Baden zu den Inseln vor Kota Kinabalu fahren.

IMG_2360

Natürlich hat auch die Stadt selbst ein paar Sehenswürdigkeiten zu bieten, darunter zum Beispiel den Night Market, auf der man alle möglichen Gerichte probieren kann, von gebratenem Fleisch über malaysische Nudelgerichte bis hin zu frischem Fisch und Meeresfrüchten. Der Markt ist denkbar einfach zu finden; man geht an der Uferpromenade entlang einfach in Richtung der dichten Rauchschwaden, die über den Essensständen hängen. Die Rauchentwicklung im Food Market ist teilweise grenzwertig, seine besten Klamotten sollte man jedenfalls nicht anziehen.

Die Stadt besitzt zwei Moscheen, die alle nicht weit vom Zentrum entfernt sind: zum einen wäre da die Kota Kinabalu City Mosque. Auf dem Weg zu dieser kann man sich den Atkinson Clocktower ansehen, ein Überbleibsel der kolonialen Vergangenheit. Wer sich für Mangroven interessiert, kann außerdem das Wetland Centre besuchen, das ebenfalls auf dem Weg liegt. Die City Mosque besticht durch ihre moderne Architektur und ist vor allem von außen recht hübsch anzuschauen. Will man hineingehen, muss man auf die Kleidung achten. Zu kurze Shorts bzw. Röcke gehen nicht, in dem Fall muss man sich für 5 RM (1 Euro) ein Gewand ausleihen. Der Innenraum sah jedoch 2018 noch sehr nach Baustelle aus und ist nicht wirklich sehenswert. Gleiches gilt für die Moschee Masjid Negeri Sabah. Ist man vor Ort, kann man sich auch gleich den nahe gelegenen Sikh-Tempel Guruduwara ansehen. Sonntags bekommen Besucher dort auch ein kostenloses Mittagessen, da es zu den religiösen Pflichten der Sikhs gehört, andere Menschen (nicht nur Arme) zu speisen.

IMG_2359
Atkinson Clocktower – das älteste Gebäude der Stadt
IMG_2362
Kota Kinabalu City Mosque
IMG_2369.JPG
Masjid Negeri Sabah
IMG_2370
Sikh-Tempel Guruduwara

Bako Nationalpark

Da das Wandern am Mount Kinabalu recht teuer ist, war ich auf der Suche nach einer günstigen Alternative. Meine Wahl fiel den Bako Nationalpark in der Provinz Sarawak. Um dorthin zu gelangen, nimmt man am besten den Flieger von Kota Kinabalu, der Flug dauert nur knapp eine Stunde.

Borneo

Vom Flughafen Kuching kann man in 20 Minuten zum Busbahnhof Kuching Central laufen. Gegenüber des Eingangs ist eine Bushaltestelle, von wo aus man den Bus in Richtung Kuching Central nehmen kann. Der Bus zum Nationalpark fährt jede volle Stunde gegenüber vom Elektra Haus ab und braucht noch einmal ca 40 Minuten. Alternativ kann man die Strecke auch mit Grab zurücklegen, was jedoch deutlich teurer ist. Am Pier angekommen, muss man noch einmal 20 RM (4 Euro) Eintritt und 40 RM (8 Euro) für das Boot bezahlen, das einen zum Nationalpark bringt.

IMG_2381

IMG_2386

Dort angekommen, registriert man sich im Tourist Office. Übrigens hat man die Wahl, am gleichen Tag wieder zurückzufahren (in diesem Fall muss man um 15:00 Uhr wieder beim Boot sein), oder im Park zu übernachten. Es gibt verschiedene Optionen, die günstigste ist das Bett im Vierbett-Schlafsaal für gerade einmal 15 RM (3 Euro). Ich hatte Glück und musste den Schlafsaal nicht einmal mit jemandem teilen. Überrascht wird man vielleicht von den vielen Tieren, die um die Wohnbereiche, das Restaurant und das Tourist Office umherstreifen. Nicht nur die imposanten bärtigen Wildschweine sieht man dort, auch Makakken-Affen und die seltenen Nasenaffen sind dort zu sehen, haben auch nicht viel Scheu vor dem Menschen. Die Nasenaffen leben normalerweise in den Baumkronen, sodass man sie beim Wandern öfter hört als zu Gesicht bekommt. Einmal täglich ziehen sie jedoch zum Strand, um Nahrung zu suchen. Wenn man Glück hat, kann man sie also direkt beim Touristenzentrum sehen.

IMG_2458

IMG_2391

IMG_2388

Der Park bietet eine ganze Reihe von Wanderwegen, die durch eine abwechslungsreiche und malerische Landschaft führen. Mal geht es über Holzstege durch dichten Dschungel, mal durch Mangroven, in denen man kleine Schlammspringer beobachten kann. Dann führen schmale Pfade zu Küstenfelsen, von denen man eine herrliche Aussicht auf die Bucht unterhalb hat. Oder man erreicht nach langem Aufstieg ein Plateau mit mediterran anmutender Vegetation. Das einzige Manko ist die schwüle Hitze, die das Wandern sehr anstrengend macht. Man sollte also unbedingt genug Wasser einpacken. Auch Regenkleidung empfiehlt sich.

IMG_2406

IMG_2426

IMG_2424

IMG_2461

IMG_2427

IMG_2439

Ein Highlight ist die Nachtwanderung, die man für 10 RM (2 Euro) buchen kann. Viele Tiere scheuen die Hitze des Tages und werden erst des Nachts so richtig aktiv. Die Guides sind mit Taschenlampen ausgestattet und weisen mit erstaunlicher Genauigkeit auf alle großen und kleinen Tiere hin, die man auf dem Weg sehen kann. Mit etwas Glück sieht man auch fliegende Limure in den Baumwipfeln. Ich hatte weniger Glück: hauptsächlich bekamen wir Frösche und Insekten wie riesige Tausendfüßler zu Gesicht; aber auch zwei schlafende Paradiesvögel und ein Kleinkantschil, auf Englisch Mouse Deer genannt – der kleinste Paarhufer der Welt.

IMG_2449

Semenggoh Nature Reserve

Südlich der Stadt Kuching kann man noch mehr Affen sehen, und zwar in der Semenggoh Nature Reserve, einer Aufzuchtstation, in der seit 20 Jahren verwaiste Orang Utans auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet werden. Man kann dort nicht ohne Führung wandern, aber bei der zweimal am Tag stattfindenden Fütterung kann man die Menschenaffen gut sehen. Die Fütterung dauert von 09:00 – 10:00 und von 15:00 – 16:00 Uhr, Besucher zahlen 10 RM (2 Euro). Um 15:30 Uhr muss man sich auf den Rückweg machen, wenn man den letzten Bus nach Kuching erwischen will. Die Orang Utans sind durch einen Graben von den Besuchern getrennt, sodass man nicht zu nahe herankommen kann. Trotzdem kann man einen guten Blick auf die Affen erhaschen und ihr teilweise sehr menschenähnliches Verhalten studieren. Ein schöner Ausklang meiner (eigentlich ungeplanten) Reise auf die Insel Borneo.

IMG_2477
Bei der Fütterung waren ein großes Männchen und ein Weibchen mit Kind anwesend

IMG_2484

IMG_2488

IMG_2479

Taal Volcano & Tagaytay

taal

383px-Flag_of_Great_Britain_(1707–1800).svg Click here for the English version. 383px-Flag_of_Great_Britain_(1707–1800).svg

Reisen macht Spass, besonders auf den Philippinen. Trotzdem lässt sich hin und wieder eine Enttäuschung nicht verhindern, vor allem, wenn die Informationen im Internet völlig veraltet oder gar falsch sind, wenn man vor verschlossenen Toren steht oder die Preise viel teurer sind als erwartet. Meine Reise zum Taal Vulkan muss ich als eine solche Enttäuschung abbuchen, aber aus Fehlern lernt man, und zumindest kann ich in diesem Beitrag ein paar aktuelle Informationen liefern, die dem ein oder anderen vielleicht eine Enttäuschung ersparen.

Der Taal Vulkan, etwa 2 Stunden südlich von Manila, hält einen weltweiten Rekord: Der Vulkan liegt auf einer Insel. Auf dieser befindet sich eine Insel und auf dieser liegt ein weiterer See, auf der wieder eine Insel liegt. Es handelt sich also um „die weltgrößte Insel in einem See auf einer Insel in einem See auf einer Insel“ (Wikipedia). Klingt verwirrend? Macht nichts. Wichtig ist eigentlich nur, dass der Taal Volcano, die Taal-Insel, der See oder was auch immer, zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Luzons gehört. Wie kommt man also hin?

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Der Taal Vulkan von oben (Quelle: Wiki Commons)

Der einfachste Weg führt von Manila aus mit dem Bus nach Tagaytay, der nächst gelegenen Stadt am Vulkan. Die Strecke wird von vielen Reisebussen befahren und dauert nur 2 Stunden. Von Mindoro im Süden kommend beginnt man die Reise am besten in Batangas; allerdings muss man von dort erst den Bus nach Turbina nehmen und dann in einen Van nach Tagaytay umsteigen, der erst losfährt, wenn er wirklich voll ist (und zwar die philippinische Interpretation von „voll“, nicht die westliche!) Reisende, die von Bicol aus kommen, sollten versuchen, in Turbina oder alternativ in Calamba (SB Calamba) auszusteigen und ebenfalls den Van nehmen.

In Tagaytay selbst ist die Auswahl an bezahlbaren Unterkünften begrenzt. Die günstigste Herberge ist das Country Living Hostel, recht versteckt gelegen in einer Ferienanlage hinter dem Metrobank-Komplex (nicht zu verwechseln mit dem Country Hotel). Hier zahlt man für eine Nacht 500 Pesos (7,5 Euro) im Schlafsaal.

Bereits auf der Fahrt nach Tagaytay kann man einen Blick auf den Kratersee und den Vulkan erhaschen, der unterhalb der Stadt liegt. Leider fährt kein Bus zur Bootsanlegestelle, die etwa 10 KM von Taygaytay entfernt liegt, darum ist man auf Tricycles angewiesen. Diese sind zur Genüge vorhanden und lassen sich auf 150 Pesos (2,25 Euro) pro einfache Fahrt herunterhandeln. Ist man dann endlich am Ufer das Taal-Sees angekommen, wird es Zeit, ein Boot für die Überfahrt zu mieten.

Hier erlebte ich dann eine böse Überraschung. Der Preis für eine Überfahrt und zurück beträgt offiziell 2.000 Pesos pro Boot. (Auf dem unteren Bild sieht man ein Schild, auf dem die „offiziellen“ Preise zu sehen sind. Jedoch sieht jedes dieser „offiziellen“ Schilder anders aus, sodass es unmöglich ist, eine verbindliche Auskunft zu bekommen). Auf einem Boot finden 7 Leute Platz. Legt man die Kosten also auf die Passagiere um, zahlt man im Idealfall also nur 4 Euro. Als Einzelperson liegt es nahe, sich eine Reisegruppe zu suchen, mit der man sich das Boot teilen kann. So habe ich es zumindest bei den Island Hopping Touren in Puerto Princesa und El Nido gemacht. Dies wird jedoch von den Bootsbesitzern am Ufer mit allen Mitteln verhindert. Man kann sogar zu einem Ressort direkt am Ufer gehen, wo Reisegruppen auf ihr Boot warten und wahrscheinlich liebend gerne noch einen Passagier mitnehmen würden, um die Kosten zu senken. Es ist jedoch nicht erlaubt, einer bereits bestehenden Bootsgruppe beizutreten. Der fadenscheinige Grund, der mir vom Management gegeben wurde, war: „In Vergangenheiten ist es zu Konflikten gekommen, wenn Reisende beim Taal-Vulkan angekommen sind, und sich nicht einigen konnten, wann sie zurückfahren wollen.“ Diese Erklärung ist für mich eine billige Ausrede, denn auch bei den Island Hopping-Touren in Palawan schaffen es die Passagiere, sich zu einigen, wann sie mit dem Boot weiter- oder zurückfahren wollen. Dort helfen einem die Tourveranstalter sogar dabei, eine Gruppe zu finden, während dies beim Taal-Vulkan schlicht sabotiert wird. Der Grund liegt meiner Meinung nach einfach in der Geldgier der Bootsbesitzer. Allein der Preis von 2000 Pesos für eine 20-minütige Bootsfahrt ist eine Frechheit. Aber als Einzelperson ein Boot für mich zu mieten, auf dem noch 6 andere Personen Platz hätten, erschien mir einfach idiotisch. Auch wenn mir die Bootsführer preislich entgegenkamen, bestand ich darauf, mit einer Gruppe mit zu fahren, was jedoch nicht gewährt wurde.

IMG_2342
An diesen Preisen kann man sich orientieren. (Stand: Mai 2018)

Fazit: Ich wäre gerne zum Taal-Vulkan gefahren. Bereits aus der Ferne ist sein Anblick beeindruckend und die Wanderung zum Rand des Kraters soll sich wirklich lohnen, zumindest laut Aussage anderer Reisender, die ich dort getroffen habe. Allerdings war es mir wichtiger, die dreiste Abzocke der Bootsbesitzer abzustrafen als ein paar schöne Bilder zu posten. Ich kann allen Alleinreisenden nur davon abraten, zum Taal-Vulkan zu reisen, lediglich in einer Gruppe von mehreren Personen ist der Preis angemessen.

Makiling Forest Reserve

Ich wollte nicht ganz umsonst nach Tagaytay gefahren sein, darum entschied ich mich, eine weitere Attraktion zu besuchen: Den ebenfalls aktiven Makiling Vulkan, auf dem man wandern kann.

Wieder waren keine aktuellen Informationen zur Anreise verfügbar, darum hier die Wegbeschreibung: Von Tagaytay Central Bus Terminal nimmt man den Van nach SB Calamba, und von dort den Jeepney nach Los Banos. Hier kann man einen weiteren Jeepney Richtung „Forestry“ nehmen, die Universität für Land- und Forstwirtschaft. Diese verwaltet den Zutritt zum Makiling. Der Eintritt kostet nur 10 Pesos (15 Cent). Je nachdem, wie früh man ankommt, hat man verschiedene Möglichkeiten: Ich hatte eigentlich vor, den 8 KM langen Aufstieg zum Gipfel des Makiling zu wagen. Dies ist jedoch nur für Besucher möglich, die vor 09:00 Uhr Morgens erscheinen, da der Park um 16:00 Uhr schließt. Wenn man später ankommt, kann man zu zwei Sehenswürdigkeiten wandern: den nur 1 KM entfernen Flat Rocks und den 5 KM entfernten Mud Springs.

Bei den Flat Rocks handelt es sich, wie der Name schon sagt, um nichts anderes als große flache Felsen an einem Flusslauf. Hier kann man herumklettern und sich das Gesicht mit kühlem Wasser waschen, einen richtigen Wasserfall zum Schwimmen gibt es dort jedoch nicht.

IMG_2347

IMG_2349
Flat Rocks

Interessanter sind die Mud Springs. Dabei handelt es sich um heiße Schwefelquellen, die das Wasser auf 80° Celsius erhitzen. Dies zeigt sich in dichtem Dampf und erinnert einen daran, dass man auf einem immer noch aktiven Vulkan herumwandert. Der Wanderweg ist asphaltiert, dank des steilen Anstiegs und der schwülen Hitze anstrengend genug, jedoch nicht besonders malerisch. Dennoch gibt es einige sehenswerte Fleckchen in der Forest Reserve, zum Beispiel die Picknick-Stelle. Alles in allem lohnt sich ein Ausflug zum Wandern schon wegen des geringen Preises, auch wenn die Anfahrt von Tagaytay aus etwas umständlich ist.

IMG_2354.JPG
Die Mud Springs in der Makiling Forest Reserve

IMG_2357.JPG

Meine Reise in die Gegend um den Taal-Vulkan war also nicht ganz umsonst, trotzdem gehört diese nicht zu den Orten, die man unbedingt besuchen muss, wenn man auf den Philippinen unterwegs ist. Selbst die kleinen Städte wie Tagaytay, Calamba und Los Banos waren mir zu entwickelt und überfüllt und lassen den Charme der Provinz vermissen. Auch ist es recht anstrengend, sich alle Informationen vor Ort einzuholen, da die Gegend noch nicht für den ausländischen Tourismus, geschweige denn für Backpacker erschlossen ist. Dementsprechend habe ich auch kaum ausländische Reisende getroffen. Fazit: Wer unbedingt einmal einen Vulkan sehen will, der einen Weltrekord hält, der sollte zum Taal reisen. Allen anderen kann ich die anderen Destinationen, über die ich geschrieben habe, mehr ans Herz legen. Dort erlebt man die schönen Seiten der Philippinen einfacher und entspannter, oft auch günstiger.

Sablayan (Mindoro)

Im Süden von Puerto Galera liegt ein Ort, der mit malerischer Landschaft, traumhaften Stränden und dem größten Atoll-Riff der Welt lockt: Sablayan. Der Ort, dessen Tourismusindustrie sich gerade zu entwickeln beginnt, ist etwa 6 Stunden von Puerto Galera entfernt und liegt in Occidental Mindoro. Von Puerto Galera kommend nimmt man am besten die Fähre nach Abra de Ilog (Dauer: etwa 1 Stunde, Kosten: 230 Pesos = 3,50 Euro), da es keine gute Landverbindung von Puerto Galera aus gibt. Von Abra fährt alle 2 Stunden ein Bus nach Sablayan, der noch einmal 220 Pesos (3,30 Euro) kostet. In Sablayan angekommen, nimmt man sich entweder ein Tricycle ins Stadtzentrum, oder geht die 20 Minuten zu Fuß. Es gibt eine moderate Auswahl an Hotels und Hostels, auch für den kleinen Geldbeutel. Wer direkt am Wasser wohnen möchte, kann für wenig Geld im Emily Hotel einkehren, darf jedoch nicht mit Internetzugang rechnen. Etwas besser ist es entlang der Hauptstraße: Das La Sofia Hotel bietet günstige Einzelzimmer (350 Pesos = 5,25 Euro / Nacht) mit erstaunlich gutem WLAN und Gemeinschaftsbad.

Viel gibt es in der kleinen Stadt nicht zu sehen – darum sollte der erste Weg zum Eco Tourism Centre führen, wo man sich erst einmal als Besucher registriert und sich über die verschiedenen Angebote informieren kann. Die vielen Mitarbeiter(innen) sind sehr hilfsbereit und arrangieren auch gerne den Anschluss an eine Reisegruppe, wenn man (wie ich) alleine reist. Meistens ist es dennoch eine Frage des Glücks, ob es gerade eine Gruppe gibt, die zum gewünschten Ausflugsziel reisen will.

North Pandan Island

Natürlich ist das Apo Reef das beliebteste Ausflugsziel der Region. Wer jedoch nicht 6 Stunden auf einem Boot verbringen will und nicht so viel Geld ausgeben möchte, ist mit North Pandan Island bestens beraten: Die kleine Insel liegt nur 20-30 Bootsminuten von Sablayan entfernt und bietet zwei gute Spots zum Schnorcheln, feinen Sandstrand und Restaurants, Bars und ein Resort, in dem man übernachten kann. Ein Boot, das vom Emily Hotel abfährt, bekommt man für 400 Pesos (6 Euro), dazu kommt die Umweltgebühr auf der Insel (230 Pesos = 3,50 Euro). Mit einer geliehenen Schnorchel-Ausrüstung für 150 Pesos (2,25 Euro) kann man zur Unterwasser-Erkundung aufbrechen und wird sicher nicht enttäuscht werden. Nahe der Bootsanlegestelle findet man keine Korallen, dafür aber große Sardinenschwärme und (zumindest bei meinem Besuch) Meeres-Schildkröten mit erstaunlicher Größe. Etwas weiter links wird die Küste felsiger. Schwimmt man hier etwas weiter hinaus, gelangt man zu einem, meiner Meinung nach zu den schönsten in den Philippinen gehörenden Korallenriff. Das Riff muss sich mit seinen bunten Korallen und der Vielfalt an Fischen nicht verstecken vor dem bekannteren Apo Reef, und ist dazu noch einfacher zu erreichen.

IMG_2274.JPG

IMG_2277

Apo Reef

Um zum Apo Reef zu gelangen, fragt man am besten im Eco Tourism Office nach einer Reisegruppe. Diese kann bis zu 13 Personen groß sein – die maximale Kapazität des Boots. Da man einen festen Preis für das Boot bezahlt, kann man die Kosten auf die Anzahl der Passagiere verteilen; bei einer 10-köpfigen Gruppe würde man alleine also etwa 650 Pesos (10 Euro) bezahlen. Dazu kommt dann noch die Gebühr auf der Insel, die mit 750 Pesos (11,25 Euro) einfach nur als unverschämt hoch bezeichnet werden muss! Nicht falsch verstehen: Die Insel ist wirklich malerisch: Man kann dort schwimmen, durch einen Mangrovenwald zu einer abgeschiedenen Lagune wandern, auf dem Leuchtturm eine wunderschöne Aussicht genießen und am Riff schnorcheln und tauchen. Auch unsere geführte Schorcheltour – wir hielten uns am Boot fest, während wir über das Riff fuhren – war eine interessante Abwechslung und das Riff bietet eine große Artenvielfalt. Viel schöner als die Korallengärten vor North Pandan Island fand ich es jedoch nicht. Es ist einfach größer. Nichts also, was die vergleichsweise hohen Kosten rechtfertigen würde. Wer also vielleicht weniger Zeit hat und zu einem Riff fahren will, dem würde ich auf jeden Fall North Pandan ans Herz legen.

IMG_2285.JPG

IMG_2290

IMG_2294.JPG
Der moderne, begehbare Leuchtturm von Apo Island

 

IMG_2297
Die kleine Lagune im Mangrovenwald
IMG_2301
Auch reizvoll – die Westseite der Insel

IMG_2306

IMG_2311

Libuao Lake

Natürlich kann man nicht nur Inseln besuchen: Auch das Hinterland von Sablayan bietet einige interessante Ausflugsziele. So zum Beispiel die Sablayan Prison and Penal Farm. Es handelt sich hierbei um ein Gefängnis mit integrierten Farmen, Plantagen und Naturparks. Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich klingen, aber die Arbeit auf den Feldern gehört zum Rehabilitationsprogramm und ist eine Möglichkeit für Insassen, die sich gut betragen, etwas dazu zu verdienen. Ein beliebtes Ausflugsziel ist Libuao Lake. Für etwa 100 Pesos (1,50 Euro) kann man unter Führung um den See wandern. Der Wanderweg führt durch einen dichten Dschungel und kann bei Regen sehr matschig werden. Festes Schuhwerk ist daher sehr zu empfehlen.

IMG_2337

IMG_2335_2

IMG_2321

IMG_2325_2
Bei der Hitze bleibt man am besten gleich im Wasser

Natürlich ist es nicht alltäglich, mitten im Nirgendwo hinter einem verurteilten Mörder her zu laufen, der mit seiner scharfen Machete die Äste abschlägt, aber um seine Sicherheit muss man sich kaum Gedanken machen: Touristen herum zu führen ist für die Insassen ein willkommenes Zubrot und allemal leichter verdientes Geld als die Feldarbeit; außerdem ist die Arbeit außerhalb des Gefängnisses ein Privileg, das nur Gefangenen mit guter Führung gewährt wird. Und schließlich muss ich sagen: Auf den Philippinen scheinen selbst die Gefängnisse fröhliche Orte zu sein, zumindest dieses. Oder wo sieht man schon vor dem Büro des Gefängnisaufsehers eine Karaoke-Maschine, die auch während des Dienstes in dauerhafter Benutzung ist?

Der See selbst ist durchaus malerisch, das Highlight war für mich jedoch das Mittagessen, das wir dort bekamen. Die Insassen hatten wenige Stunden zuvor ein paar Fische gefangen und bereiteten sie ganz frisch für uns zu. Zusammen mit Reis, Sojasauße und frischen Mangos die perfekte Stärkung nach unserem Hike.

IMG_2338.JPG
Nicht ausgefallen, aber lecker – frisch gefangener Fisch aus dem Libuao Lake

Neben dem See kann man auch zu einem kleinen Wasserfall wandern, was noch einmal etwa eine Stunde in Anspruch nimmt.

 

IMG_2341
Der Wasserfall ist bei den Insassen, die Freigang haben, beliebt zum Schwimmen.

Weitere Aktivitäten in Sablayan wären:

  • Wandern zum Mt Iglit-Baco National Park: Hier kann man die berühmten Mindoro Pinien sehen, sowie die seltenen Tamaraws, eine Rinderart, die nur in Mindoro vorkommt.
  • Sich im Parola Park mit der längsten Insel-zu-Insel-Zip Line über das Meer gleiten lassen; Kostenfaktor: 400 Pesos (6 Euro)

 

Fazit: Sablayan ist ein aufstrebender Touristenort, der mit seinen Stränden, Inseln und dem malerischen Hinterland eigentlich alles bietet, um in Zukunft mehr Backpacker anzulocken. Die Infrastruktur ist vorhanden, die Unterkünfte preiswert. Lediglich die Lage am Südzipfel der Insel ist etwas ungünstig. Was fehlt, ist natürlich das Nachtleben. Es gibt eine Fülle an günstigen Restaurants, aber Bars und Diskotheken habe ich keine gesehen, bis auf eine Karaoke-Bar, in der ich in meinen drei Tagen keinen einzigen Besucher gesehen habe. Der Mangel an westlichen Touristen kann jedoch auch eine angenehme Abwechslung sein. Die Einheimischen sind unglaublich freundlich zu Westlern, alle paar Meter wird man gegrüßt, vor allem von neugierigen Kindern. Alles in allem ist Sablayan ein Ort für Naturliebhaber und ein gutes Fleckchen, um ein paar Tage abseits vom Massentourismus auf den Philippinen zu entspannen.

Puerto Galera, Mindoro

 

Südlich der Insel Luzon, etwa 5 Stunden von Manila entfernt, liegt eine Insel, die nur von wenigen westlichen Touristen besucht wird, aber eigentlich alles bietet, was man sich von einem Urlaub auf den Philippinen erwartet: traumhafte Sandstrände, abgelegene Inseln, Korallenriffe zum Tauchen und Schnorcheln, unberührte Natur und majestätische Hügel. Zeit also, Mindoro, die siebtgrößte Insel des Landes, in den nächsten Beiträgen etwas bekannter zu machen.

IMG_2221.JPG

Mindoro unterteilt sich in zwei Provinzen: Mindoro Oriental, den Ostteil, und Mindoro Occidental, den Westteil. Die Trennung besteht auch geografisch, sodass es nicht immer einfach möglich ist, vom Ostteil in den Westteil zu fahren. Der für Touristen am attraktivste Ort im Norden Mindoros ist Puerto Galera. Von Legazpi aus nahm ich den Nachtbus nach Manila, der im kleinen Städtchen Santo Tomas anhielt, von wo aus ich zum Hafen von Batangas fuhr und die Fähre nach Puerto Galera bestieg.

In Puerto Galera fiel mir bereits auf, dass die Insel Mindoro noch nicht wirklich auf Backpacker eingestellt ist, denn die Auswahl an bezahlbaren Unterkünften ist recht begrenzt. Eine gute Anlaufstelle ist das Happy Buddha Inn, das bei meiner Ankunft jedoch keine Mehrbettzimmer anbot. Auch wenn die Unterkünft laut Hostel World komplett ausgebucht war, probierte ich es deshalb bei Paddy´s Bar im Ortsteil Sabang und hatte Glück. Ich bekam ein Zimmer für 2 Personen für 350 Pesos (5,25 Euro), musste es aber mit niemandem teilen. Außer mir waren keine anderen Backpacker, sondern nur ältere Westler mit ihren philippinischen Freundinnen anwesend.

Das Umland von Puerto Galera bietet einige Sehenswürdigkeiten, die teilweise recht weit voneinander entfernt sind, darum mietete ich mir in Sabang für einen Tag einen Motorroller für 400 Pesos (6 Euro) aus, mit dem ich die Gegend erkunden konnte. Das würde ich auch jedem empfehlen, denn die Straßen sind gut ausgebaut, aber wenig befahren und die Landschaft entlang der Küste ist einfach wunderschön.

IMG_2238.JPG

Meine erste Anlaufstelle war ein Mangroven-Schutzgebiet etwa eine halbe Stunde außerhalb der Stadt. Dort läuft man über Bambusstege durch einen Mangrovenwald und lernt im Schatten der Mangroven alles über die verschiedenen Arten, sowie über die wichtige Rolle, die diese Habitate für die Sauberkeit des Meerwassers und bei der Eindämmung von Überschwemmungen haben. Der Eintrittspreis von lediglich 30 Pesos (45 Cents) fließt in den Schutz der bedrohten Mangroven, was bereits einen Besuch rechtfertigen sollte. Insgesamt verbrachte ich dort eine gute Stunde.

IMG_2231.JPG

IMG_2234.JPG

 

IMG_2232.JPG

Die Mangroven liegen auf dem Weg zu den Tamaraw-Wasserfällen, die man auf keinen Fall übersehen kann. Die Wasserfälle stürzen nämlich direkt neben der Hauptstraße in die Tiefe. Für 30 Pesos (45 Cents) kann man in einem künstlichen Becken schwimmen, das jedoch meiner Meinung nach nicht der Rede wert ist, und im Restaurant für wenig Geld zu Mittag essen. Die riesige Portion Pancid Kanton (gebratene Nudeln) war eine willkommene Stärkung, bevor es zum nächsten Stop weiterging.

IMG_2242.JPG

 

IMG_2241

Wer naturbelassene, abgeschiedene Wasserfälle sehen will, sollte zu den Tukuran-Falls fahren, die über eine weitgehend asphaltierte Nebenstraße erreicht werden. Am Ende der Straße befindet sich der „Parkplatz“, wo ich meinen Roller abstellen konnte. Die 25 Pesos (37 Cents) für das Parken ließ ich mir noch gefallen, aber Angebote, für 300 Pesos (4,5 Euro) einen Guide zu mieten, damit man sich auf dem Weg zum Wasserfall nicht verläuft, kann man getrost in den Wind schlagen. Um zu den Tukuran Falls zu kommen, folgt man einfach dem Flusslauf für eine halbe Stunde, wobei man den Fluss 5-mal durchwaten muss. Die Wanderung lohnt sich, denn die Landschaft am Flussufer mit ihren grünen Wiesen, den dichten Palmwäldern und den rustikalen Holzhütten gehörte zu den schönsten Anblicken, die ich auf den Philippinen zu Gesicht bekam. Am Wasserfall angekommen, sieht man ein Schild, das auf den Eintrittspreis von 20 Pesos (30 Cents) hinweist. Bei meiner Ankunft war jedoch niemand da, und so machte ich mich direkt auf den Weg. Der Aufstieg zum Wasserfall ist steil und teilweise recht rutschig, aber trotzdem mit etwas Vorsicht gut machbar. Oben angekommen war es eine willkommene Abwechslung für mich, der einzige Besucher zu sein und ich kühlte mich unter dem herabströmenden Wasser ab und entspannte auf den aufgewärmten Felsen, bevor ich mich auf den Rückweg zum Parkplatz machte.

 

IMG_2255.JPG

 

IMG_2248.JPG

IMG_2250.JPG

IMG_2253.JPG

Bevor die Sonne unterging, hatte ich noch Zeit, zum White Beach zu fahren, dem bekanntesten und meist besuchten Strand Puerto Galeras. Auch wenn der Strand natürlich nicht an die weißen Sandstrände Palawans heranreicht, ist er doch sehr sauber, wenn auch recht frequentiert. Auch viele Wassersport-Aktivitäten stehen zur Auswahl. Wer einen ruhigeren Strand sucht, kann linker Hand über die Felsen klettern und kommt zu einem weniger stark besuchten Küstenabschnitt.

IMG_2266

IMG_2270

IMG_2271.JPG

An einem Tag konnte ich diese vier Sehenswürdigkeiten in aller Ruhe erkunden. Wäre ich einen weiteren Tag geblieben, hätte ich noch die Aninuan Falls und den Talipanan Beach besuchen können. Insgesamt ist Puerto Galera ein sympathisches kleines Städtchen in wunderschöner Landschaft, in dem man weitab vom Trubel der Touristen entspannen kann. Lediglich schlechtes Internet sollte man in Puerto Galera, und vor allem im Ortsteil Shabang, nicht erwarten und auch mit dem ein oder anderen Stromausfall kann man rechnen. Auch etwas Geduld sollte man mitbringen, wenn man eine Unterkunft sucht, da viele Informationen nicht online verfügbar sind.

IMG_2223

Legazpi

Click here for the English version.

legazpi

Nachdem ich einen weiteren Tag in Manila verbracht hatte, machte ich mich auf den Weg nach Legazpi, einer Stadt in der Region Bicol, um mir den Mount Mayon anzusehen. Bei diesem handelt es sich um einen aktiven Vulkan, der erst vor ein paar Monaten in den Nachrichten war, da er ausgebrochen war. Hunderttausend Menschen mussten rund um die Gefahrenzone evakuiert werden und Reisen zum Vulkan waren während dieser Zeit nicht möglich. Mittlerweile hatte sich die Lage beruhigt und der Mount Mayon schlummerte (fürs erste) wieder friedlich. Zeit also, sich diesen launischen Riesen aus der Nähe anzusehen.

Die erste Schwierigkeit war, ein Busticket nach Legazpi zu ergattern, womit ich nicht gerechnet hatte. An meinem Reisetag waren beim Bus Terminal in Quezon, Manila alle (!) Sitzplätze nach Legazpi verkauft, was am Feiertag, dem Tag der Arbeit am 01.05. gelegen haben könnte, und am Magayon-Festival, das am selben Tag anfing. Ich musste ausweichen, wollte ich nicht noch mehr Zeit in Manila vergeuden, und so buchte ich für 650 Pesos (10 Euro) ein Ticket in das nahe gelegene Städtchen Naga. Somit war ich nach ungefähr 10 Stunden Fahrt schon einmal in Bicol und konnte einen der vielen Regionalbusse nach Legazpi nehmen. Abgestiegen bin ich im Mayon Backpacker Hostel, einer einfachen, aber günstigen Unterkunft, die ihre schlechten Reviews bei Hostelworld meiner Meinung nach nicht verdient hat. Von dort aus konnte ich endlich zum Vulkan aufbrechen. Aber wo hinfahren? Der Vulkan ist riesig und schon von weitem zu sehen. Es würde mehrere Stunden dauern, ihn zu umrunden. Ich entschied mich für eines der beliebtesten Ausflugsziele rund um den Vulkan, die Kirchruine von Cagsawa. Die im Jahr 1587 errichtete jesuitische Kirche wurde einmal von Piraten, ein anderes Mal während des Ausbruchs des Mayon im Jahr 1814, zerstört. Von Legazpi aus fahren viele Jeepneys und der Eintritt ist (eine Ausnahme auf den Fee-lippinen) kostenlos. Allerdings sollte man mit einer Masse von Touristen rechnen.

IMG_2160.JPG

IMG_2154.JPG

Die Aussicht auf den Vulkan war schön, doch ich wollte dem Berg noch etwas näher kommen. Da man dies auf den öffentlichen Straßen nicht kann, entschied ich mich für eine Quad-Tour. So konnte ich mich dem Mayon etwas weiter nähern und dabei noch das Quadfahren ausprobieren. Letzteres ist denkbar einfach, da man nicht schalten muss und das Gefährt auch holprige Strecken ohne Mühe bewältigt. Lediglich seine besten Klamotten sollte man vielleicht nicht anziehen, da die Strecken teils über Schotterpisten, Sanddünen, aber auch durch Schlamm und Wasser führen. Es gibt mehrere Anbieter sowie Touren, wobei gilt: Je näher man sich der sog. „Danger Zone“ um den Vulkan nähert, umso teurer ist das Vergnügen. Will man sich z.B. die erkaltete Lava ansehen, so muss man dafür gut 1500 Pesos (22,5 Euro) hinblättern. Ich entschied mich für ein Sonderangebot: eine Stunde Quadfahren für 300 Pesos (4,5 Euro). Auch bei dieser Tour konnte ich ein paar gute Blicke auf den Vulkan erhaschen und hatte außerdem noch eine Menge Fahrspass.

IMG_2166.JPG

IMG_2168.JPG

IMG_2165.JPG

Am nächsten Tag hatte ich noch ein wenig Zeit, bis mein Bus abfuhr, darum entschied ich mich, einem Strand in Legazpi einen Besuch abzustatten, dem Puro Beach. Ganz wörtlich sollte man den Begriff puro (deutsch: rein) jedoch nicht nehmen, um nicht enttäuscht zu werden. Der Strand ist nicht nur sehr schmal, sondern auch so verdreckt, dass ich dort für kein Geld der Welt schwimmen würde. Bei den Einheimischen ist er eher als Angelspot beliebt, außerdem hat man einen netten Blick auf das Meer und das dicht bewaldete Hinterland Legazpis. Nach einem kurzen Abstecher zu einem örtlichen Markt, auf dem ich den Fang des Tages bestaunte und mir die wohl kleinsten Bananen kaufte, die ich je gesehen hatte, machte ich mich nicht allzu sehr enttäuscht auf den Rückweg in die Stadt.

IMG_2179.JPG

IMG_2181.JPG

IMG_2189.JPG

 

Ich hatte dann aber großes Glück, denn bevor mein Bus fuhr, konnte ich mir noch die Eröffnung des Magayon-Fests 2018 ansehen. Das Fest wird in Gedenken an eine volkstümliche Legende um eine Frau, Daragang Magayon, gefeiert, die mit ihrem Tod den Vulkan Mayon erst erschuf. Das Fest ist eine Hauptattraktion der Region, vor allem dank der Parade zu seinem Beginn. Bereits am Tag davor kann man in den einzelnen Stadtteilen von Legazpi dabei zusehen, wie die Bewohner reich geschmückte Wagen herstellen, die dann durch die Hauptstrasse der Stadt, die Rizal Avenue fahren. Dazwischen marschieren die Tänzer und Musikanten der einzelnen Bezirke.

IMG_2195.JPG

IMG_2201.JPG

IMG_2206.JPG

 

IMG_2209.JPG

IMG_2213.JPG

IMG_2208.JPG
Mit Stolz präsentieren die Delegationen der einzelnen Ortschaften ihre Wagen.

IMG_2212.JPG

IMG_2217.JPG

Ich hatte bereits erwähnt, dass ich nicht direkt von Manila nach Legazpi reisen konnte, sondern einen Umweg über Naga nehmen musste. Ich würde jedem, der die Wahl hat, empfehlen, direkt nach Legazpi zu fahren, da Naga touristisch gesehen nicht viel zu bieten hat (ich habe außer mir auch keinen einzigen anderen westlichen Touristen gesehen). Wenn man aber schon einmal da ist, kann man mit dem Jeepney zum Mount Isarog fahren, einem inaktiven Vulkan etwa 45 Minuten entfernt. Auch Wasserfälle gibt es dort, zu diesen konnte ich jedoch nicht mehr, da ich zu spät dran war (letzter Einlass ist um 16:00 Uhr).

IMG_2146.JPG

IMG_2147.JPG

 

Insgesamt hat mir mein Abstecher nach Bicol gut gefallen, auch wenn es sicher kein Highlight auf meiner Philippinen-Reise war. Der Anblick des Mount Mayon ist durchaus beeindruckend, auch wenn der Krater des Vulkans leider die ganze Zeit von Wolken verhüllt war. Legazpi ist zwar die größte Stadt der Region, fühlt sich aber trotzdem angenehm provinziell an. Die Menschen sind, wie so oft in den Philippinen, wahnsinnig freundlich. Besondere Erwähnung sollte das Essen in Bicol finden, das von vielen als das beste im Land bezeichnet wird. In Bicol isst man gerne scharf, mehr als im Rest der Philippinen, was sich im bereits erwähnten Bicol Express zeigt. Außerdem spielen Kokosmilch und Ingwer eine wichtige Rolle beim Kochen. Besonders interessant fand ich Kinunot, ein Gericht, das früher aus Haifischfleisch, heute aus Rochenfleisch zubereitet wird, und Pinangat, ein vegetarisches Nudelgericht mit n Kokosnusssahne gekochten Taro-Blättern. Zum Nachtisch kann ich den frisch gebackenen Kokoskuchen empfehlen.

Die Kosten

Ein Tag in Legazpi inklusive Bett im Hostel, drei Mahlzeiten und einer Quad-Tour, hat mich 905 Pesos (17 Euro) gekostet:

Unterkunft: 350 Pesos

Verpflegung: 225 Pesos

Transport (Jeepney): 30 Pesos

Quad-Tour: 300 Pesos

Sagada

Im Norden Luzons, nur 2 Stunden von Banaue entfernt, liegt ein weiterer Touristenmagnet, der den berühmten Reisterrassen in nichts nachsteht. Sagada ist eine Kleinstadt in der sog. „Mountain Province“, von Banaue aus mit dem Bus oder Van zu erreichen. Die Fahrt ist aufgrund der vielen Serpentinen nicht besonders bequem, aber die Aussicht auf die gebirgige Landschaft entschädigt dafür. Die Region trägt ihren Namen nicht zu Unrecht: Nichts erinnert hier mehr an die tropische Vegetation im Süden mit ihren Palmen und Bananenstauden. Stattdessen bestimmen Nadelbäume das Landschaftsbild und sorgen für mediterranes Flair. Nur die ausgedehnten Reisfelder erinnern daran, dass man sich nicht in Südeuropa, sondern noch in Südostasien befindet.

Sagada selbst ist ein schnuckeliges Nest mit 11.000 Einwohnern, trotzdem ist die Infrastruktur exzellent und man hat kein Problem, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Die Preise für ein Zimmer liegen zwischen 350 und 400 Pesos (5,25 – 6 Euro), die Restaurants sind ebenfalls erschwinglich, lediglich Eateries für den richtig kleinen Geldbeutel konnte ich nicht finden. Erste Anlaufstelle sollte das Tourist Center sein. Hier entrichtet man die Environmental Fee in Höhe von 40 Pesos (60 Cents) und hat dann die Wahl zwischen verschiedenen Touren und Aktivitäten. Zwar kann man das Umfeld Sagadas theoretisch auch alleine erkunden, an vielen Orten wie den hängenden Särgen und den Höhlen benötigt man jedoch einen Guide. Die Preise für alle Touren poste ich weiter unten.

Meine Gruppe und ich entschieden uns am ersten Tag dafür, eine der Höhlen zu erkunden. Da die anderen Gruppenmitglieder etwas klaustrophobisch waren, fiel die Wahl auf die Sumaging-Höhle, die man in einer Stunde Fußmarsch erreichen kann. Alternativ kann man als Gruppe für 350 Pesos (5,25 Euro) einen Van mieten. Die Führung durch die Höhle dauert etwa 1,5 Stunden und kostete unserer Gruppe mit 9 Teilnehmern 1000 Pesos (15 Euro). Durch einen großen Eingang geht es ins Innere der Höhle. Anschließend folgt man dem Wasserlauf nach unten, wobei man mal läuft, mal durch knöcheltiefes Wasser watet, aber sich auch mal an den glitschigen Felsen abseilt. Die Tour durch die Höhle ist ein spaßiges Erlebnis und auch für weniger fitte Menschen leicht zu bewältigen, da immer genug Helfer da sind, wenn man mal einen Felsen nicht hochkommt oder nach einem Halt für seinen Fuß sucht.

IMG_2041.JPG

IMG_2046.JPG

IMG_2050.JPG

Wer eine Herausforderung sucht, sollte die sog. Cave Connection wagen. Bei dieser Tour betritt man eine zweite Höhle und zwängt sich durch enge Gänge, nur mit einer Kerze bewaffnet, bis zum verbindenden Durchgang zur Sumaging-Höhle. Diese Tour kann man nicht in einer großen Gruppe machen; zwei Personen zahlen 800 Pesos (12 Euro), bei zusätzlichen Personen erhöhen sich die Kosten.

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn wir wollten uns den Sonnenaufgang am Kiltepan-Aussichtspunkt ansehen. Dafür mieteten wir einen Van für 550 Pesos (8,25 Euro) und zahlten außerdem noch 55 Pesos pro Person beim Tourist Office. Um 04:30 Uhr ging es los und als wir am Aussichtspunkt angekommen waren, war es noch dunkel. Der Ort wird auch „Sea of Clouds“ genannt, da er so hoch liegt, dass das Tal darunter in Wolken geüllt ist. Dies verleiht dem Aussichtspunkt mit seinem idyllischen Nadelwald eine mystische Atmosphäre und es war ein erhabenes Gefühl, dort die Sonne aufgehen zu sehen. Auch Frühstücken kann man dort, da ein paar gut gelaunte Filipinas dort ihre Stände haben. Sehr empfehlen kann ich das Reis-Porridge mit Schokolade für nur 40 Pesos (60 Cent).

IMG_2079.JPG

IMG_2081.JPG

IMG_2089.JPG

Nach einer kurzen Frühstückspause machten wir uns zu unserer nächsten Aktivität auf: einer Wanderung in das Echo Valley. Wir entschieden uns für den Adventure Trail, auf dem wir nicht nur die berühmten hängenden Särge von Sagada, sondern auch einen unterirdischen Fluss und einen Wasserfall zu Gesicht bekommen sollten. Wieder bezahlten wir 1000 Pesos (15 Euro) als Gruppe, sodass die Kosten für jeden Einzelnen erschwinglich waren.

Los ging es bei der Kirche von Sagada, bei der wir ein wenig über die Geschichte des Ortes und seine Regierung durch Dorfälteste erfuhren. Über den modernen Friedhof Sagadas ging es dann weiter in das Echo Valley, und schon am Anfang machte unser Tour Guide uns auf die Särge aufmerksam, die an den Klippen aufgehängt waren. Unten im Tal angekommen, konnten wir uns diese leicht morbide Erscheinung dann von Nahem ansehen. Die Toten nicht zu begraben, sondern zum Schutz vor wilden Tieren in luftige Höhen zu hängen, hat in Sagada eine lange Tradition, bei der sich animistischer und christlicher Glaube vermischen. Die Bestattungsform wird auch heute noch praktiziert, allerdings hat nicht jeder ein Anrecht darauf. Der oder die Tote muss aus Sagada stammen und Enkelkinder haben. In letzter Instanz entscheidet die Familie darüber, ob der Leichnam in einem hängenden Sarg beigesetzt werden soll.

IMG_2099.JPG
Die bedeutenden Bürger werden weiter oben bestattet – näher zum Himmel.
IMG_2103.JPG
Rund um Sagada gibt es tausende hängende Särge. Diese hier sind relativ jung, von den 60er Jahren bis 2010.

Als nächstes folgten wir dem Flußbett, bis wir zu einer Höhle kamen, durch die der Fluss hindurch floss. Hier war es stockduster, sodass unser Tour Guide seine Öllaterne anzünden musste. Bald mussten wir durchs Wasser waten. Hier rächte sich, dass ich Turnschuhe statt Flip Flops anhatte. Letztere sollte man für die Tour unbedingt mitnehmen, denn auch auf dem Weg zum Wasserfall muss man durch den Fluss waten.

IMG_2109.JPG

Der Wasserfall selbst ist zwar nicht besonders groß, aber das Becken tief genug, um darin zu schwimmen und auch hinein zu springen, wenn man das möchte. Vorbei an Gemüsefeldern ging es zurück nach Sagada, wo wir uns noch einige Erzeugnisse der örtlichen Weberinnen ansahen, bevor wir zurück zum Tourist Office gingen.

IMG_2112.JPG

An meinem letzten Tag in Sagada wollte ich eigentlich durch das Grasland im Marlboro Country wandern, allerdings war dafür keine Tour verfügbar. Ich fand eine Gruppe, die zum Bomod-Ok-Wasserfall wandern wollte, und schloss mich ihr an. Der Weg dorthin führt durch dichte Nadelwälder, vorbei an Reisterrassen, die zwar nicht an die Pracht in Banaue heranreichen, aber trotzdem hübsch anzusehen sind. Am Wasserfall hindert einen ein Seil daran, zu weit zu schwimmen. Es macht jedoch auch Spass, auf den Felsen herum zu klettern und den Flusslauf zu erkunden.

IMG_2123.JPG

IMG_2124.JPG

IMG_2129.JPG

IMG_2142.JPG

Zurück in Batada wollten wir noch Moma ausprobieren, die örtliche (legale) Droge und eine Spezialität der nördlichen Provinzen. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Betelnuss, getrockneten Tabakblättern, Weinblättern und einem Pulver aus getrockneten Muscheln, die wie Kautabak gekaut wird. Viele Einheimische, wie unsere Tour Guides, sieht man unaufhörlich Moma kauen und die besonders eingefleischten Konsumenten erkennt man schon von weitem an den rot gefärbten Zähnen. Meiner Meinung nach schmeckt das Zeug einfach widerlich und ist schwer im Mund zu behalten. Wer jedoch auf der Suche nach einem Energieschub ist, wird sicher nicht enttäuscht. Ich fühlte mich nach meiner zweiten Ladung sehr hibbelig, aber auch sehr beschwingt- ungefähr so wie nach meiner ersten Zigarette mit 15 Jahren. Wandern hätte ich nach dem Moma-Konsum jedoch nicht mehr wollen. Wer eine lokale Spezialität probieren möchte, die nicht die Zähne rot und den Kopf schwindelig macht, sollte eher zum Zitronenkuchen greifen, der hier besonders lecker ist. Auch Fruchtwein, z.B. aus Erdbeeren, Brombeeren oder Mangos kann man hier günstig erstehen.

IMG_2143
Nicht so einfach wie Zigaretten rauchen – die einzelnen Bestandteile von Moma.

Mein Urteil über Sagada? Wenn man im Norden Luzons unterwegs ist, sollte man sich diesen Ort auf keinen Fall entgehen lassen. In meinen drei Tagen konnte ich nur einen Bruchteil der vielen Attraktionen sehen, die der Ort zu bieten hat. Aber nicht nur die wunderschöne Landschaft und die spassigen Freizeitangebote haben es mir angetan: Das Städtchen hat einen schwer zu beschreibenden Charme mit seinen lockeren, immer zum Spassen aufgelegten Bewohnern, den engen Gassen und den rustikalen Holzhütten. Wie bei Banaue handelt es sich hier um einen abgeschiedenen, fast mythischen Ort, der mich nicht nur aufgrund der eigentümlichen Bestattungsrituale in seinen Bann gezogen hat.

Wer Sagada besuchen will, findet hier den Prospekt aus dem Tourist Center. Dort sind die Preise zu den einzelnen Touren verzeichnet.